Münster, Helsinki & Tallinn

17Juni2016

Shame on me, dass ich so lange nichts von mir hören ließ!

Es war einfach viel los und ich war viel unterwegs, aber eins vorab: ich habe meinen dansk fonetik Kurs mit einer 12 (entspricht einer 1,0) und meinen skriftlig dansk Kurs mit einer 10 (entspricht einer 2,0) bestanden!!! wuhuuu :) 

oh du schönes Münster

Anfang des Monats war ich für ca. eine Woche zu Besuch in Münster. Anders als erwartet, war es überhaupt nicht merkwürdig oder dergleichen, hab mich sofort wieder wohl und zuhause gefühlt. Es war eher so, als wäre die Zeit hier in Kopenhagen wie ein Traum und ich nie weg gewesen. Ich genoss die Zeit mit meinen lieben Eltern und mit meinem liebsten Sebi ;). Außerdem waren wir auf einer Hochzeit von Freunden, die mir sehr gut gefiel, auch wenn es viel zu warm war! :D An dieser Stelle noch mal alles Gute an Geva und Stefan! Eure Hochzeit war super - nicht gekünstelt, sondern so wie ihr seid - lustig, frisch und frech! :) Dazu kam noch das i-Tüpfelchen, dass ich die Zusage für die studentische Hilfskraftsstelle ab August bekam! YAY, besser kann es kaum laufen! 

Die Rückreise war dann ein wenig holperig, nachdem die Züge alle nicht so wollten, wie sie sollten, dann auch noch ein starkes Gewitter aufzog, verzögerte sich mein Rückflug um ca. zwei Stunden, wegen des Tornados in Hamburg. Dafür war ich dann umso schneller wieder zuhause (also in dem anderen zuhause in Kopenhagen), da die Koffer im Kopenhagener Flughafen um einiges schneller ankommen als in Düsseldorf und die Metro vom Flughafen quasi bis vor meine Haustür fährt. 

Doch allzu lange sollte ich nicht in Kopenhagen bleiben, war doch schon der Flug nach Helsinki gebucht. Also ging es für mich am 12.06. früh morgens (4 Uhr aufstehen!!!) in Richtung Finnland. Dort wurde ich von der lieben Sabina erwartet, die ich letztes Semester in Münster als Dozentin kennenlernen durfte. Wir verspeisten typisch finnische Karjalanpiirakka - Piroggen mit Reis gefüllt und mit Eibutter bestrichen - leeecker! Danach zeigte mir Sabina die Stadt mit dem Fahrrad und bummelten durch die Gassen von Helsinki, besuchten das Ateneum - das Museum für finnsche Kunst und das Stadtmuseum von Helsinki. Ich muss sagen, dass mir beide Museen sehr sehr gut gefallen haben, sowohl von der Konzeption, als auch vom Inhalt. Man merkte, dass beide vor Kurzem einen neuen Anstrich erhalten haben. Natürlich führte kein Weg an dem Dom von Helsinki, oder wie es auf finnisch heißt: Helsingin tuomiokirkko, vorbei.


Helsingin tuomiokirkko

Generell wirkte die Stadt auf mich sehr hoch von den Gebäuden her, besonders im Vergleich zu Kopenhagen, wo die meisten Gebäude doch recht niedrig sind. Einen leichten Sowjettatsch konnte man auch merken und weit zum Meer war es auch nie. 
Am 1. Tag war ich noch ein wenig überrumpelt und wusste noch nicht so recht, ob mir die Stadt so gut gefiel, aber spätestens am 2. Tag als ich Helsinki noch einmal auf eigenen Beinen erkundete, verliebte mich in Finnland und Helsinki ❤. Ich konnte erflogreich meine neu gelernten Vokabeln: Moi = Hallo, Moikka = Tschüss,  Kiitos = Danke anwenden und besuchte die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. 
Darunter unter anderem die Temppeliaukion Kirkko, die Kirche, die in einen Felsen gehauen wurde. Leider waren mir dort zu viele Touristen (haha, was war ich denn?! :D), weshalb ich meinen Weg zügig Richtung Innenstadt forsetzte, um dort am Kamppi Einkaufszentrum die Chapel of Silence zu besuchen. Die gefiel mir dann schon um einiges besser, da es tatsächlich ein Ort der Ruhe ist, in welchem keine Gottesdienste abgehalten werden.


Temppeliaukion kirkko

Chapel of Silence

 

Was mich auch total flashte, war die Tatsache, dass die Sonne nie unterging, obwohl mir Sabina versicherte, dass es zwischen 1Uhr und 2:30Uhr dunkel sein soll. Während meines Aufenhalts schien die Sonne so gut wie ohne Pause! ❤
Deswegen machte ich mich am Dienstagmorgen leicht müde auf dem Weg zur Fähre nach Tallinn. Da die Ticketpreise für eine Überfahrt so unschlagbar günstig waren, konnte ich mir die Chance, auch noch diese Hauptstadt zu sehen, nicht entgehen lassen. Powertourismus! 

Die Überfahrt von 2 1/2 Stunden war erstaunlich unspektakulär, wobei die Ausfahrt aus dem Helsinkier Hafen durch die Schärengärten wunderschön war! In Tallinn hatte ich dann gerade mal 3 Stunden Zeit die Stadt zu erkunden. Das dieses Vorhaben schier unmöglich ist, wusste ich von vornerein, jedoch nahm ich mir vor zumindest die bedeutensten Wahrzeichen zu begutachten und durch die Altstadt zu bummeln (sofern man mein Lauftempo bummeln nennen kann :D). 

Tallinn von der Fähre aus
Zurecht laufen so viele Touris durch die mittelalterliche Altstadt - sie ist einfach wunderschön! Noch einmal genau das Gegenteil von Helsinki, auch sowjetisch angehaucht, aber irgendwie ranziger, aber schön ranzig :D. Vom Garten des dänischen Königs konnte man aber erahnen, dass Tallinn noch mehr zu bieten hat, als nur mittelalterliche Touristenromantik. Nur leider war dafür nicht genug Zeit - beim nächsten Mal, denn ich möchte unbedingt nochmal nach Tallinn bzw. Estland! :) 

Stadtmauer

Dann wird hoffentlich auch mehr Zeit sein, die verschiedenen Kirchen von innen zu besichtigen und das Kumu - das estnische Kunstmuseum zu besuchen. 


Alexander-Newski-Kathedrale

Um 17 Uhr musste ich dann schon wieder aufs Schiff Richtung Finnland. Dann war auch schon Zeit den Koffer wieder zu packen, denn am nächsten Tag musste ich leider wieder abreisen. Wieder hieß es um 4 Uhr aufstehen und um 7 Uhr den Flieger nehmen. Durch die Zeitverschiebung von einer Stunde kam ich dann um 7.40Uhr wieder gesund und total übermüdet in Kopenhagen an. 

Nun war ich heute das letzte Mal in der Uni, um noch Lehrbücher zu kaufen, die ich in Deutschland so nicht bekomme. Außerdem fuhr ich vermutlich das letzte Mal mit meiner Trulla (meinem liebgewonnenen Fahrrad) in die Innenstadt, da ich sie nun zum Verkauf ins Internet gestellt habe. Morgen geht's nach Malmö und nächsten Sonntag kommen schon meine Eltern, um mich abzuholen. 

Die Zeit rennt, aber ich versuche noch alles aufzusagen! Falls ihr bis hierhin durchgehalten habt, belohne ich euch nun mit meinen Lieblingsaufnahmen. 


Auf dem Weg zum Flughafen in Helsinki um 5 Uhr morgens:

Helsinki 5 Uhr morgens

und der Sonnenaufgang in Kopenhagen von meinem Zimmerfenster aus

um ca. 4:30 Uhr:

Kopenhagen Sonnenaufgang 4:30 Uhr

Der Sonnenmonat Mai

30Mai2016

Uff, ist schon eine Weile her, dass ich was von mir hören lassen habe, aber so richtig viel Aufregendes ist in den letzten Wochen nicht passiert. So langsam hat sich fast so etwas wie Alltag eingeschlichen. Jetzt, wo die Zeit hier fast vorbei ist. 

Die meiste Zeit im Mai habe ich wohl am Schreibtisch und am Strand verbracht. Das Wetter war einfach durchweg super (20-25 Grad und Sonne), sodass ich versucht habe so oft wie möglich zum Strand zu gehen, dort zu lesen oder spazieren zu gehen und die Seele baumeln zu lassen.

Strand <3

Außerdem habe ich das letzte Mal für meine Mitbewohner gekocht. Natürlich habe ich dies mit einem deutschen Abend à là Mama bzw. sogar Oma gefeiert. Es gab Linsensuppe, Kartoffelsalat, Sauerkraut und Käsekuchen (oh mein Gott - der sah genauso aus wie der von Mutti - ich bin so stolz auf mich :D). Man glaubt kaum, wie schwierig es sein kann hier Puddingpulver oder Sauerkraut zu bekommen! Bis auf das Sauerkraut wurde auch alles genüsslich verspeist. 

Ansonsten musste ich auch schon das erste Mal Abschied nehmen, nämlich von Sofia, die schon zurück nach Schweden gereist ist.
Ich habe viel gelesen, neue Rezepte ausprobiert, mich mit dem Thema einer möglichen Bachelorarbeit beschäftigt, die 3. Staffel Broen (Die Brücke) geschaut und mein Sportpensum erhöht. An dieser Stelle, danke an Judith für die coole Lauftour am Sonntag - Tak for sidst! :)

Sonst habe ich die Zeit natürlich auch genutzt, um für meine Dänischprüfungen zu lernen. Die schriftliche Prüfung, eine Übersetzung eines deutschen Textes von Hans Fallada ins Dänische, brachte ich bereits an meinem Geburtstag hinter mich. Soweit ich das beurteilen kann, lief es auch ganz gut :). Meinen Geburtstag habe ich dann mit ganz lieben Menschen gemütlich am Strand feiern dürfen - noch einmal danke für den schönen Abend! <3 Ich musste also nicht, wie befürchtet alleine mit Heimweh mein neues Lebensjahr feiern. 

fødselsdag


Morgen ist dann die mündliche (und auch schon letzte) Prüfung, die Dänen lieben mündliche Prüfungen!, in Phonetik dran. Obwohl ich alles gut kann, bin ich dennoch aufgeregt, also alles wie immer. 

Uuuund dann geht es am 1. Juni für 6 Tage nach Hause <3 <3 <3 Ich kann kaum ausdrücken, wie sehr ich mich auf meinen Sebi und meine Eltern freue und auf meine Wohnung und Münster und ahhh ich freu mich so <3 :) 
Danach gehts dann wieder hierhin, nach Kopenhagen, aber nicht für lange Zeit, denn auf meiner Reiseliste im Juni stehen: Helsinki, Tallinn und Stockholm!

Vi ses! 

 

2-Tages-Tour nach Schweden

02Mai2016

Schon so lange in Kopenhagen und schon sooft abends über die Öresundbrücke rüber nach Malmö geschaut, aber noch nicht da gewesen. So geht es ja nicht weiter! 

Deswegen reiste ich zusammen mit Ruta (Erasmus-Studentin aus Litauen; lernt mit mir zusammen Dänisch) nach Schweden. Das Nachbarland bereisten wir mit dem sogenannten Around the Sound Ticket, welches für alle Öresundzüge, eine Brückenüberfahrt und eine Fährenüberfahrt gilt. Sprich: Du darfst im Kreis fahren, aber nicht wieder zurück. 

Malmö Museet

Das Ticket gilt 2 Tage, also machten wir uns an unserem ersten Tag auf nach Malmö. Natürlich mussten wir uns am Kopenhagener Flughafen, bevor wir in den Zug nach Schweden steigen durften, ausweisen. Das Ganze wurde dann nochmal, kurz bevor nach Malmö reinfuhren, wiederholt. Ich finde die Grenzkontrollen ja ein wenig affig, aber was soll's. 

In Malmö liefen wir ein wenig durch die kleine, aber feine Innenstadt und durch den wunderschönen Kungsparken (dt. Königspark) zum Malmöhus Slott, in welchem sich die verschiedensten Museen befinden. Ohne recht zu wissen, welche Museen wir nun eigentlich besuchten, befanden wir uns zuerst in einem naturhistorischen Museum, welches stark versuchte auf unterschiedliche Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Zwischen ausgestopften Wildtieren erfuhr man z.B. etwas über den Verbrauch von Plastiktüten (in einem sehr schön gemachten, interessanten Film). Man konnte zudem verschiedene Touchscreens nutzen, um das eigene Wissen über die Fischbestände im Öresund zu testen - sehr witzig, wenn man die schwedische Sprache nur halb beherrscht :D. 
Eine Etage tiefer gelang man dann in ein Aquarium. Auf den ersten Blick wie ein ganz normales 0815 Aquarium aufgebaut, aaaber ohne langweilige Infotafeln, sondern mit interaktiven Tablets, auf denen man sich die Informationen raussuchen konnte, die man suchte. Außerdem gab es einige skurille Geschöpfe, die ich noch nie zuvor gesehen habe. So zum Beispiel diese kleinen Fischis. 

Schlangen oder Fische?

Nach dem Eintauchen in die Unterwasserwelt, gingen wir in die oberen Etagen, in welchen das Malmö Konstmuseum untergebracht ist. Zum Einen gab es wieder einen groben Überblick über die verschiedenen Epochen, also viele schöne alte Möbel, Bilder und Vasen etc.. Zum Anderen gab es in der nächsten Etage eine moderne Kunstausstellung von 1950-1980 zu sehen. 
Aber das war noch nicht alles! Anschließend gingen wir weiter in das Herz des Schlosses, wo uns als Erstes eine kleine Ausstellung zum Thema Migration und Flüchtlingspolitik in Schweden, insbesondere in diesem Schloss, nach dem 2. Weltkrieg, empfing. Danach schauten wir uns noch die Räumlichkeiten des Schlosses und die bedrückende Sonderausstellung im Keller an, die sich mit der Geschichte des Schlosses als Gefängnis beschäftigte. 
Nach so viel Kultur gönnten wir uns erst einmal eine Verschnaufpause in der Sonne auf dem Lilla Torg (dt. kleiner Marktplatz). Ein schöner Platz mit einigen Fachwerkhäusern. 

Lilla Torg

Es standen zwar noch einige andere Museen auf unserer Liste, aber da wir auch noch nach Lund wollten, entschieden wir uns dazu nochmal nach Malmö zu reisen :).

Also auf nach Lund! Mit dem Zug dauerte dies gerade mal 10 Minuten. In Lund angekommen, besuchten wir den nächsten Systembolaget, ein extra Geschäft, in welchem man richtiges Bier mit mehr als 2,5% und normalen Alkohol bekommt, um uns ein Feierabendbierchen zu kaufen. Man kann sonst in Schweden keinen Alkohol im Supermarkt kaufen und man sollte diesen auch nicht öffentlich trinken, auch wenn sich kaum einer dran hält.
Wir spazierten durch die Innenstadt, schauten uns den Dom und die Universität an, und wunderten uns darüber, dass um 18 Uhr abends die meisten Leute schon hackestramm waren - vielleicht lag es an Walpurgisnacht am 30.4 oder einfach daran, dass Lund aus 2/3 Studenten besteht :D. 

Lunds domkyrka

Nach einem reichhaltigen Einkauf im coop Supermarkt (Oh mein Gott so viele Joghurtvariationen, das bin ich aus Dänemark ja gar nicht gewöhnt - und QUARK, schwed. Kvarg!!! :O) machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel, welches doch recht weit vom Schuss, am Rande einer Autobahnauffahrt (:D) lag. Dort ließen wir den Abend mit schwedischem Fernsehprogramm und teurem schwedischen Bier ausklingen. 

Das Frühstück am nächsten Tag war super mega spitze, sodass wir gut gestärkt mit dem Bus zum Hauptbahnhof fuhren (OBS! In den grünen Bussen kann man keine Tickets kaufen, sondern nur mit einer Jojokarte mitfahren, was quasi eine Prepaidbusfahrkarte ist). Dort angekommen strömten uns jugendliche Menschenmassen entgegen - Walpurgisnacht 30.4 - DAS studentische Fest in Schweden :D. Jedoch merkte man nach einer ca. 40-minütigen Bahnfahrt nach Helsingborg kaum noch etwas von dem Trubel in Lund.

Die Nacht im Hotel und die viel zu warmen Daunenbetten hatte uns ein wenig schläfrig gemacht, weshalb wir nur mühsam die Treppen zum Kärnan erklommen. Der Ausblick lohnte sich aber auf jeden Fall! 

Helsingborg Rathaus und Dänemark im Hintergrund

Wir ließen uns durch die kleinen Gässchen und die schönen Straßen treiben. Außerdem bummelten wir ein wenig durch die Einkaufsstraße und genossen die Zeit. Generell hat Helsingborg glaub ich nicht so viel zu bieten, aber dennoch gefällt mir die, nicht allzu flache, Stadt sehr gut! Die Häuser sind hier noch ein wenig schöner als in Lund oder Malmö. Malmö fand ich leider am hässlichsten (aber immer noch hübsch), weil man den Flair vom Hafen und der naheliegenden Industrie mitbekommt. Helsingborg erinnert mich dagegen ein wenig an die Speicherstadt in Hamburg oder an Hansestädte, wie Lübeck. 

Gegen Mittag nahmen wir die Fähre, mit all den schwedischen Alkoholtouristen nach Helsingør (Dänemark). Die Überfahrt dauerte ca. 40 Minuten und alle 15 Minuten fährt dort eine Fähre zwischen den beiden Ländern! Dänemark empfing uns mit kälterem und rauherem Wind. Außerdem sind die Menschen irgendwie zurückhaltender als in Schweden, die Mädchen weniger stark geschminkt und die Bäume noch nicht so grün wie im skandinavischen Nachbarland. Leider waren wir ein wenig spät dran, sodass schon die meisten Geschäfte schlossen, als wir ankamen - wohl bemerkt, es war 15 Uhr. Also machten wir einen Spaziergang zum Kronborg Slot und durch die wunderschöne, süße Innenstadt, bevor wir uns gegen späten Nachmittag in den Zug zurück nach Kopenhagen setzten.

Es waren zwei sehr lustige und aufregende Tage! :) 
Zur Info: Ruta und ich sprechen nur dänisch zusammen ;) und wir haben herausgefunden, dass Litauen und Deutschland sich in vielen Dingen ähnlicher sind, als Deutschland und Dänemark! 

Tak for sidst, Ruta! Det var meget dejligt med dig <3 

Min søde pige :)

Eivør Konzert & Sonnentag

22April2016

In diesem Blogeintrag möchte ich von den letzten beiden sehr schönen Erlebnissen berichten. Zum Einen besuchte ich gestern Abend ein Konzert, zum Anderen verbrachte ich den heutigen Tag am Strand. Aber eins nach dem anderen. 

Gestern war ich zum 1.Mal in Dänemark auf einem Konzert, welches genau genommen kein "richtiges" Konzert für mich war, weil dieses im Bremen Teater stattfand, man also feste Sitzplätze hatte. Allerdings lässt die Musik der färöischen Sängerin Eivør kaum brutale Moshpits oder ausgelassenes Pogotanzen zu :D. 
Das Publikum war erstaunlich bunt gemischt - angefangen beim 80-Jährigen Oper- und Theaterbesucher über Ü40-Hausfrauen bis hin zu vollgepiercten Gothics, Hipster was auch immer. Kurz gesagt: es war jede Altersklasse und fast jede Subkultur vorhanden, was ich persönlich schon ziemlich gut fand. Das Etablissement bestand auch aus einer Mischung von ranzigem Konzertschuppen und edlem Theater. Also alles recht spannend und recht cool! :) 

Eivør <3
Die Vorband, eine Sängerin, ebenfalls von den Färöern, hätte man sich aber schenken können. Englischsprachiger 0815-Pop, sorry! Dafür flashte mich Eivør umso mehr! Eine schöne barfüßige Frau mit einer grandiosen Gänsehautstimme, Humor und einer wahnsinnig positiven Ausstrahlung. Während ihrer Songs bekam ich tatsächlich mehrmals Gänsehaut und generell zog sie mich in ihren Bann, mit ihrem, leicht an Joik (Gesang der Samen) angelehnten Gesang. Zudem beherrschte sie die verschiedensten Instrumente - von Ukulele über Gitarre bis zur Trommel. Ich hab das Konzert sehr genossen. Es war sehr sehr schön! :) Auch wenn meine Begleitung Ryan, aus den USA glaub ich eher Rock erwartet hatte, als ich ihn fragte, ob er mit mir auf ein Konzert einer färöische Sängerin gehen möchte :D.
Falls ihr nun neugierig seid, gibt es hier einen Link zu meinem Lieblingslied von ihr. Sie singt aber auch auf Englisch und hat auch einige poppigere Songs im Repertoire, aber ich finde es so genial wie so eine hübsche Frau so merkwürdige Laute hervorbringen kann. Ich liebe es! <3 


Nach diesem tollen Abend wurde ich dann auch noch heute morgen von der Wärme der Sonne geweckt. Nachdem ich ein paar Erledigungen in der Innenstadt getätigt hatte (oh mein Gott - ich liebe Fahrrad fahren! Kopenhagen ist ja so klein :D), machte ich mich auf zum Strand, fest entschlossen mich trotz frischem Wind in die Dünen zu setzen und meinen dänischen Krimi, den ich mir vor ca. 2 Jahren in einem Dänemarkurlaub gekauft habe, weiterzulesen. Tatsächlich war es so warm, dass man die Ärmel der Frühlingsjacke hochkrempeln und die Füße in den WARMEN (!!!) Sand stecken konnte! :) 

Sonnenstrand
Da heute in Dänemark ein kirchlicher Feiertag ist, nämlich Store Bededag (großer Beettag), war die Strandpromenade gut besucht. Dennoch fand ich ein ruhiges, sonniges Plätzchen und fühlte mich wie im Urlaub :). Dafür soll es Sonntag schneien! :D Wie ihr seht, geht es mir hier zurzeit richtig gut! 

Mange hilsener fra København! :)


So nebenbei gesagt, hab ich es nun auch endlich gefunden, wie ich die Fotos größer und schärfer auf meinen Blog stellen kann - wuhu :D.

SMK - Statens Museum for Kunst

19April2016

Heute wagte ich mich, trotz Sturm nach der Uni ins Statens Museum for Kunst, welches zu den sechs Parkmuseen in Kopenhagen gehört. Nachdem ich mich mit meinem Rad durch die windböige Innenstadt kämpfte, wurde ich von diesem beeindruckenden Gebäude begrüßt. 

Statens Museum for Kunst

Die Dauerausstellung des SMK, welche die größte Sammlung dänischer Malerei beinhaltet, ist gratis. Lediglich die Sonderausstellungen, die sich im 1. Stock befinden, kosten extra. Ich begnügte mich allerdings mit der ohnehin schon umfassenden Dauerausstellung, welche aus französischer, italienischer, flämischer, generell europäischer und nordisch/dänischer Malerei besteht. Generell bekommt man einen guten Überblick, da jeder Raum mit einem Einleitungstext in die Zeit, das Land und die damit verbundenen künsterlischen Besonderheiten ausgestattet ist.


  Europäische Kunst Pablo Picasso

Auch neben den Bildern findet man teilweise einige erklärende und interpretierende Texte zum Bild, was ich ganz angenehm finde, da ich leider nicht so die Kunsthistorikerin bin (aber vielleicht kommt das ja noch ;) ). An einigen Stellen wird zudem der Versuch unternommen moderner zu wirken, indem das Museum dazu auffordert Fotos zu machen und diese dann unter einem bestimmten Hashtag in den sozialen Medien zu posten. Die Idee finde ich ansich ganz gut, gerade weil viele Museen das eingestaubte und langweilige Image nur schwer loswerden. 
Während meines Rundgangs bestätigte sich ein weiteres Mal, dass ich kein großer Fan von französischer "Adelsmalerei" (so nenne ich das als Banause jetzt einfach mal) bin. Ich finde adelige Personen auf den gemalten Bildern einfach immer unecht und langweilig. Die Werke aus dem Norden bzw. Dänemark gefielen mir dann wiederum um einiges besser. Gerade die romantische Landschaftsmalerei gefällt mir ausgesprochen gut. 

  Christen Købke Johan Chrisian Dahl

 

Durch mehrere Brücken gelangt man dann von dem alten Teil des Museums in einen neuen Anbau, in welchem sich die Kunst ab 1900-2016 befindet. Expressionismus und Surrealismus lassen grüßen! Die moderne Installationskunst, die aus aufeinander gelegten Steinen mit Holzplatten besteht, verstehe ich dann doch leider auch nicht so ganz. Buh Buh Banause! :D 

Zum Schluss suchte ich dann noch zusammen mit einem Securitytypen mein richtiges Schließfach, weil ich mir natürlich nicht meine Nummer gemerkt habe und man die Schließfächer nur mit einem Code abschließt, aber kein Zettelchen/Schlüsselchen mitbekommt. Ich war mir äußerst sicher, dass meine Sachen garantiert in der 510 oder zumindest in der gleichen Reihe liegen müssen. Er schien solche Situationen aber schon zu kennen und entschied sich dazu mal die andere Seite zu testen und tadaaa da waren meine Sachen! PEINLICH :D aber immerhin konnte ich wieder meine Dänischkenntnisse anwenden. Und an dieser Stelle sei gesagt, dass die Menschen, mit denen ich bisher in meinem Alltag sprach, außer die Studenten in den fredagsbars auf dem Campus, nie ins Englische wechselten. Ich nehme das mal als Kompliment! :p 

Mein Fazit: Liebevoll gestaltetes Museum mit einer umfangreichen Kunstsammlung, die sehr sehenswert ist. Zudem sind die Mitarbeiter auch bei den dümmsten Fragen äußerst humorvoll und freundlich. Denkt nur dran eure Spintnummer zu notieren, bevor ihr in die Tiefen der Kunst eintaucht ;). 

Den heutigen Tag ließ ich mit Abendsonne barfüßig am (noch) kalten Strand ausklingen. Die Füße durften schon ein bisschen mehr ins Wasser, aber für einen richtig langen Spaziergang ist es leider immernoch zu frisch, aber der Frühling kommt! :) 

Das bisschen Wind

Ein Tagesausflug nach Odense

11April2016

Am letzten Samstag reiste ich zusammen mit Judith, einer anderen deutschen Erasmusstudentin mit dem Zug nach Odense (drittgrößte Stadt Dänemarks). Leider ist das Verreisen mit dem Zug in Dänemark, im Vergleich zu Schweden beispielsweise relativ teuer, sodass wir, trotz ungdomskort (sowas wie eine Jugendbahncard, mit welcher man 50% auf alle Tickets, ausgenommen freitags und sonntags, bekommt) immernoch ca. 20€ pro Fahrt zahlen mussten. Vielleicht liegt der erhöhte Preis daran, dass man über die Storebæltbrücke fahren muss, um von Sjælland nach Fyn (Fünen) zu kommen. 

wieder viele kleine süße Häuser     H.C. Andersens barndomshjem

Die Fahrt vom Kopenhagener Hauptbahnhof nach Odense dauerte ungefähr 1 1/2 Stunden und war sehr komfortabel. In Odense angekommen, begaben wir uns auf Hans Christian Andersens Spuren. Dänemarks berühmtester Dichter und Märchenschreiber wuchs nämlich in Odense, unter ärmlichen Bedingungen auf und wurde sogar als Ehrenbürger ernannt. Also starteten wir unsere H.C. Andersen Erlebnisreise mit dem Museum, welches sich mit seinem Leben beschäftigt.

Das Museum ist in verschiedene Kategorien, so zum Beispiel Nyhavn, in welcher eine Rekonstruktion seines späteren Arbeitszimmers in Kopenhagen zu sehen war, unterteilt. Des Weiteren erfährt man sehr viel von seinen zahlreichen Reisen und seine nebenkünsterlischen Tätigkeiten als Zeichner, aber auch als Papierschneider (wie nennt man das? :D Das was man im Kindergarten macht, wenn man aus Papier eine "Tischdecke" mit Muster schneidet). Sowas hat er auf jeden Fall auch gemacht, aber seeehr filigran und ohne Vorlage! Einige seiner Werke kann man dort begutachten. Zur Veranschaulichung wird häufig auf Tagebucheinträge von ihm zurückgegriffen. 
Wer keine Geduld hat sich jede Zeittafel durchzulesen, kann auch einfach das dazugehörige Kino besuchen, in welchem in verschiedenen Sprachen sein Leben in Kurzfassung wiedergegeben wird. Btw sind die Texttafeln entweder auf Dänisch oder Englisch. Ich hab natürlich die dänische Version gelesen - mal ein bisschen angeben hier ;D. 

Mein Fazit: Spannendes Museum für alle, die sich für Hans Christian Andersens Leben interessieren. Die verschiedenen Märchen wurden allerdings kaum aufgegriffen, nur am Rand sah man zum Beispiel ein Bett mit vielen verschiedenen Matratzen, welches wohl auf "Die Prinzessin auf der Erbse" anspielt. Dennoch hätte ich mir manchmal ein etwas abwechslungsreicheres Museumskonzept gewünscht, da man doch die meiste Zeit viel lesen musste und viele Textauszüge aus seinen Tagebüchern zu sehen bekam, was auf Dauer ein wenig eintönig wurde.

Gedenkstatue AndersenAnschließend bummelten wir noch ein wenig durch die Stadt, die eine sehr große Fußgängerzone (Shoppen!) vorweisen kann. Zudem gingen wir durch den H.C. Andersen Park, in dem man Andersens Ehrenbürgerstatue betrachten kann. Der gute Herr hatte übrigens am 02.04. Geburtstag. Während wir durch die Stadt schlenderten, trafen wir immer wieder auf Fußabdrücke auf dem Gehweg, die H.C. Andersens gängige Wege innerhalb der Stadt nachzeichnen sollen. Wenn man diesen folgt, kommt man an wichtigen Stellen seines Lebens vorbei, so z.B. an seiner ehemaligen Schule, an dem Waschplatz der Mutter und auch an seinem Kindheitshaus (barndomshjem). Dieses schauten wir uns auch an. Es war ziemlich klein und eng, aber interessant zu sehen. 

H.C. Andersens Schule

Nachdem wir noch ein wenig Sonne im Garten vor dem Odense Slot (Schloss) tankten, fuhren wir abends wieder zurück nach Kopenhagen. Es war ein wirklich schöner Aufenthalt in Odense! Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich nun auch schon alles von der Stadt gesehen hab (wie das so ist bei dänischen Städten :D). 

Wer H.C. Andersen Fan ist oder einfach ordentlich shoppen gehen will, sollte Odense auf jeden Fall besuchen! :) 

Hillerød - Frederiksborg Slot

07April2016

Heute war ich trotz stürmischem Wetter in Hillerød, um mir das Frederiksborg Slot, oder viel mehr Det Nationalhistoriske Museum anzuschauen.

Frederiksborg Slot

Los ging es wie immer mit der Metro Richtung Nørreport, um von da aus die S-Bahnlinie A bis zur Endstation Hillerød zu nehmen. Nach der ca. einstündigen Fahrt kam ich in Hillerød an und lief erst einmal direkt in die falsche Richtung, weil die Wegweiser so aufgestellt waren, dass man diese nur von einer Seite (nicht vom Bahnhof aus kommend) sehen kann. YAY! :D
Ca. 30 Minuten und einer total zerzausten Krauselfrisur später, fand ich dann endlich meinen Weg zum Schloss. Da es sich hierbei um das größte Renaissance Schloss des Nordens handelt, sollte es auch eigentlich leicht zu finden sein. Ich erwartete, dass ich nun über die Geschichte Dänemarks Auskunft erhalten würde, während der Prunk eines alten Schloss auf mich wirken könnte. Pustekuchen!
Prunk - ja, Informationen - nein, vielleicht werden diese einfach vorausgesetzt. Also schaute ich mir in Ruhe alle Räume an - bis auf die 3. Etage, dort wird nämlich gerade die Ausstellung zum 20.Jahrhundert hergerichtet - schade!

Ein paar Eindrücke:

    viele Portaits und Prunk

Keine Frage, die Räumlichkeiten sind bombastisch, beeindruckend, teilweise fast erdrückend, extrem aufwendig und schön anzusehen, aber ich wollte doch was über die Geschichte Dänemarks lernen! :D Die einzigen Infoblätter, die ich zusätzlich zum Prospekt finden konnte, befanden sich auf einlaminierten DinA4 Zetteln. Leute, das passt nun aber gar nicht zusammen! Ich war ein bisschen enttäuscht. :(

Den wünsch ich mir übrigens zum Geburtstag :D Den hier wünsche ich mir zum Geburtstag! :D Die Schränke und Vitrinen waren schon sehr schön! Mit den zahlreichen Portraits anscheinend wichtiger Personen konnte ich hingegen leider nicht viel anfangen. Vielleicht sollte ich mich mal mehr mit dem Familienstammbaum der dänischen Königsfamilie beschäftigen - gääähn. 

Mein Fazit: Kann man machen, aber wer wirklich was über Dänemarks Geschichte lernen will, sollte wohl besser ein Buch darüber lesen. 

Als Ausgleich habe ich dann noch einen gemütlichen Stadtbummel durch die verschiedenen Genbrugsbutikken in Hillerød gemacht. Oh ich liebe sie so sehr <3 und es gibt sie üüüüüüberall! Ansonsten ist die Innenstadt leider etwas 0815.

Bücher  3 für 25DKK! - da schlägt mein Bücherwurmherz höher! Bücherwurm heißt auf Dänisch übrigens læsehest, was so viel wie Lesepferd bedeutet.

Wer bei meinem letzten Referat für Kontrastive Landeskunde aufgepasst hat, dürfte auch die Norwegerin Camilla Collett wiederentdecken und auch die Dame Helle Helle dürfte aus unserem Interskandinavischen Leseverständnis Kurs bekannt sein, von Herman Bang mal ganz zu schweigen ;). Soviel sei gesagt: Das war nicht mein letzter Büchereinkauf in einem 2nd Laden hier in Dänemark! Ich liebe es zwischen den alten Büchern zu stöbern und kleine Schätzchen zu finden, die dann auch noch total erschwinglich sind. <3
Hillerød muss ich aber nicht noch mal besuchen ;).

Ein Tag in Helsingør

31März2016

Hups da gibt es direkt den nächsten Eintrag! Ich war heute nämlich in Helsingør :) Mit dem Zug ging es ca. 1 Stunde Richtung Norden und ich plupste mitten in die Stadt. So fühlte ich mich jedenfalls, da ich zwar dank GoogleMaps wusste, dass der Fährhafen direkt am Bahnhof angrenzt, aber mir nicht bewusst war, dass man schon vom Bahnhof aus das Schloss Kronbrog sehen kann und direkt vor einem die Innenstadt beginnt. Postiver erster Eindruck! 

Kunst?!


Mein erstes Ziel war, wie war es auch anders zu erwarten, das M/S Museet for Søfart (das Seefahrtsmuseum), welches schon einige Preise gewonnen hat und noch häufiger für Museumsdesignpreise nominiert war. Und das zurecht, muss ich sagen! Ich war geflasht! Die Präsentation der Exponate, die Atmosphäre, die mithilfe von Licht und Sound (z.B. Wellenrauschen bzw. Seemannsmusik aus den 50er/60er), die Wahl der Stoffe für die Ausstellungskästen (z.B. Holzkisten oder Leinen, um Frachtkisten nachzuahmen) und die kurzen, informativen Texte - das alles ließ mein Museumsherz höher schlagen! <3

Zudem werden die ehemaligen Besitzer der Exponate genannt und ihre Geschichte erzählt - sehr schön! Die Dauerausstellung reicht von der "typische" Seemann in den Medien und der Mode, der wirkliche Alltag eines Seemanns mit all seinen Facetten, die Probleme der Navigation, die Rolle der Seemannsfrau, verschiedenen Schiffssmodellen und Malereien über Handel, Globalisierung, Kriege und die damit einhergehenden Gefahren bis hin zum heutigen Containerschiff. Es ist sehr übersichtlich gestaltet und wird sehr abwechslungsreich vermittelt. Gerade Ton- und Videoaufnahmen werden gezielt eingesetzt, was ich sonst häufig als störend empfinde, aber hier passt es einfach. Zum Beispiel in dem Teil, der sich den Kriegen widmet, hört man einen Bombenangriff, aber Dolby Surround vom Feinsten! ;) 

Die Dauerausstellung Ein anderer Teil der Dauerausstellung

Porzellanhandel

Die Sonderausstellung befasst sich zurzeit mit dem Thema "Sturm". Der Boden war angeschrägt, sodass man das Gefühl hatte, man liefe auf einem sinkenden Schiff - sehr flink! Zudem konnte man mithilfe einer Videobrille eine simulierte Sturmflut miterleben, bei welcher man sogar seekrank werden konnte :D. 

Ja, man kann seekrank werden! :D

Mein Fazit: SCHAUT ES EUCH AN! 

Anschließend ging ich eine Runde am Kronborg Schloss entlang, welches Schauplatz für Shakespeares Hamlet gewesen sein soll und dadurch berühmt wurde. Jedoch reichte meine Konzentration nicht aus, um mir noch ein Museum anzuschauen. Vielleicht beim nächsten Mal ;). Auffallend schön fand ich, dass es unfassbar ruhig in der Umgebung des Schlosses war. Deswegen genoss ich die Sonne, die sich langsam blicken ließ und schaute von einem kleinen Wall direkt über das Meer hinüber nach Schweden. Die Fähren zwischen Helsingør und Helsingborg fahren im gefühlten 10Minuten-Takt. 

Kronborg Schloss


Danach schaute ich mir HAN (dänisch für "er"), das Pendant zur Meerjungfrau an. Allerdings kann man den jungen Mann erst seit 2012 begutachten. Es gab auch schon kontroverse Diskussionen, dass er die Meerjungfrau parodiert und das so ja nicht geht. Ich persönlich finde ihn ja ein bisschen schicker als die kleine Meerjungfrau :D 

HAN Zum Schluss bummelte ich genüsslich durch die Innenstadt, die sich wirklich sehen lassen kann! Viele alte schöne Gebäude und süße kleine Boutiquen und Handwerksläden, gepaart mit einigen Alkoholgeschäften, die anscheinend speziell auf den schwedischen Tourist ausgelegt sind. Ehrlich gesagt hatte ich teilweise das Gefühl mehr schwedisch als dänisch zu hören :D. Natürlich dürfen die vielen 2nd Hand Geschäfte, die ich alle sehr ausführlich durchstöberte, in keiner dänischen Stadt fehlen. 
Ich werde auf jeden Fall versuchen noch einmal in meiner Zeit hier nach Helsingør zu reisen. Ich war wirklich sher begeistert! <3 

 

Schon wieder Besuch! - Rundetårn, Dyrehaven & Zoo

30März2016

Kaum ist die eine Besucherin abgereist, kommt auch schon der Nächste! :)

Und dies war niemand geringeres als mein allerliebster Schatz Sebastian <3 Auf die Freudestränen am Flughafen und die überschwängliche Wiedersehensfreude will ich hier nun auch gar nicht weiter eingehen ;), aber nach zwei Monaten nur skypen und schreiben, war es doch mal wieder an der Zeit sich im richtigen Leben zu treffen! 

Eigentlich hatten wir keine großen Pläne für die Woche, vor allem da mir von meiner Dozentin eingebläut wurde, dass Kopenhagen stinklangweilig zur Osterzeit sei (die Geschäfte haben auch Gründonnerstag geschlossen, wobei es immer noch Supermärkte gibt, die immer geöffnet haben). Wir wollten einfach die Zeit zusammen genießen und sind deshalb meistens einfach nur quer durch Kopenhagen gelaufen oder am Strand spazieren gegangen. 

Der hässliche graue Klotz dahinten ist mein derzeitiges zuhause
Dennoch konnte Sebi sich meinen touristischen Anschlägen nicht entziehen, weshalb wir unter anderem den Rundetårn bestiegen. Das "Lustige" dabei ist, dass man bei diesem Aussichtturm, der direkt in der Fußgängerzone liegt, kaum Treppen steigen muss, da der Weg nach oben stetig ansteigt. Das geht ganz schön in die Waden, wenn man, wie ich ein Flachlandei ist! Von oben bekommt man dann, bei klarem Wetter, einen schönen Ausblick auf das beschauliche und süße Kopenhagen. Ich konnte sogar mein "wunderschönes" Wohnheim ausfindig machen. Kann man wohl machen, aber bitte nicht samstags, wenn die ganzen Touris die Innenstadt besiedeln ;). 

                       So gut wie keine Treppen

 

Am nächsten Tag zog es uns, auf Empfehlung meiner Mitbewohner, in den Dyrehave (Tierpark). Dieser große Park, der immer noch als Jagdgebiet des Königshauses genutzt wird, liegt etwa 20 Minuten mit dem S-tog in der Nähe der Station Klampenborg. Dyrehaven ist jetzt nichts besonders Spannendes, aber etwas sehr Entspannendes! Wir genießten die Kälte, die kahlen Bäume, schauten uns das Jagdschloss der Königsfamilie von Außen an und bekamen sogar eine kleine Herde Rehe zu Gesicht - ja, okay im Frühjahr ist es vielleicht noch schöner dort, aber ruhig war es auf alle Fälle! Durch Zufall sind wir dann noch an dem Freizeitpark Bakken (nicht zu verwechseln mit der Disco Bakken in Vesterbro) vorbeigekommen. Das erinnerte mich eher an Kirmes/Send als an Freizeitpark à là Movie Park - vielleicht ist im Sonnenschein auch einfach alles schöner :D. 


Dyrehaven

 

Mehr Glück mit dem Wetter hatten wir als wir uns dazu entschlossen doch dem Zoo, der in Frederiksberg liegt, einen Besuch abzustatten. Bei Zoos bin ich immer hin und her gerissen, da es schon ziemlich schreckliche Haltungsweisen und furchtbar enge Gehege gibt, sodass die Tiere einfach nur erbärmlich darin vor sich hinexistieren, um von Familien mit Popelkindern angestarrt zu werden. Okay...aber ich wollte meinem Feindbild, welches sich, seit ich das letzte Mal mit 14 Jahren mit den französischen Austauschstudenten im Wuppertaler Zoo war, eingebrannt hatte, eine Chance auf Versöhnung geben. Also auf in den Zoo! Ich muss sagen, dass ich den Zoobesuch sehr genossen habe. Die Gehege wirkten größtenteils groß genug (wobei das ja auch immer so eine Frage ist, inwiefern man Geparden artgerecht auf 50km² halten kann, aber das mal beiseite). Gerade die roten Pandas (ich liebe diese Tiere!) und die kleinen süßen Äffchen, dessen Name mir schon wieder entfallen ist, hatten die Möglichkeit durch eine Art Gehegeröhren über die Besucherwege in andere Gehegeteile zu wechseln. 

  Kaiserschnurrbarttamarin

 

 Auch das Eisbärengehege hat mich schwer beeindruckt, da man durch einen Tunnel durch das Wasserbecken der beiden Eisbären gehen konnte. Zu dem Zeitpunkt als wir dort waren, gab es einen kleinen Besucherstau, weil sich beide Eisbären auf den Tunnel setzten, um uns ihre schönen Bäuche zu zeigen. Das war schon beeindruckend zu sehen wir groß so ein Tier in Wirklichkeit ist!  

Der Eisbär sitzt auf dem Besuchertunnel

   und schwimmt über unseren Köpfen

Generell war dieses Gehege mit extra Infotafeln (aber die teuren spektakulären, nicht so schnöde, wie wir die kennen!) und vielen interaktiven Elementen für Kinder ausgestattet. Zudem wurde auch über den Klimawandel aufgeklärt und das Konsumverhalten von Menschen hinterfragt. Dasselbe wurde auch noch mal im Tropenhaus aufgegriffen, dabei wurde besonders auf den überschwenglichen Konsum von Palmöl hingewiesen. Das gefiel mir besonders gut! Der Zoo versucht tatsächlich Wissen zu vermitteln und nicht nur süße Tiere zu zeigen. 

Der Preis ist sicherlich nicht grad billig, aber es lohnt sich wirklich! Ich konnte auf jeden Fall mein Horrorbild vom Zoo als Tiergefängnis ein wenig revidieren und habe einen Narren an den kleinen süßen Löwen- und Kapuzineräffchen, und wie sie nicht alle heißen, gefressen. 
In diesem Sinne: Vi ses! ;) 

 

Madelaine zu Besuch in Kopenhagen

17März2016

Endlich Besuch aus Deutschland! :) 

Vom letzten Freitag (11.03.) bis gestern Morgen (16.03) hatte ich deutsche Unterstützung hier in Kopenhagen. Niemand geringeres als meine beste Freundin besuchte mich knapp 6 Tage - und was soll ich sagen?! Es war einfach superdupermegagut :) 

Kopenhagen zeigte sich von seiner besten Seite, nämlich ohne Regen, zwar mit morgendlichem Nebel, aber auch erstaunlich viel Sonne. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem Schnack, der niemals endete (wer uns beide zusammen kennt, weiß was ich meine - wir unterhalten uns über 3 Themen gleichzeitig, während wir zeitgleich reden ohne Luft zu holen und dabei merkwürdige Geräusche und Grimassen machen, weil uns Adjektive einfach zu langweilig sind :D), machten wir uns auf zum Strand. Während wir so durch den Sand stapften, entschlossen wir uns, nach kurzem Zögern unsere Schuhe auszuziehen und barfuß weiterzugehen. Obwohl es sehr kalt war, tat das einfach nur gut <3. Mein Merksatz, den ich jeden Morgen zu Mada sagte, als wir unsere Klamotten für den Tag raussuchten, lautete: "Du siehst zwar den Sommer durchs Fenster, aber eigentlich ist draußen Winter." 

Bunte Beine(Füße :)

 

Den ersten Tag/Abend schlossen wir ganz gemütlich (hyggelig) mit Rotwein und Nudeln ab. 

Samstag bummelten wir ein bisschen durch die Innenstadt. Angefangen beim Nørreport, die Fiolstræde entlang (oh mein Gott - ich liebe das Antiquariat auf dieser Straße), einen Teil der bekannten und angeblich längsten Einkaufsmeile Europas Strøget runter bis zum Nyhavn.

Nyhavn 

Danach tranken wir ganz stilecht das billigste dänische Dosenbier, was wir finden konnten auf der Dronning Louises Bro. Die Brücke, die nach Nørrebro (Hipster-In-Viertel) führt, ist besonders im Sommer beliebt bei jungen Leuten, die sich dort treffen, um die Sonne mit alkoholhaltigen Getränken zu feiern. Auch an diesem sonnigen, wenn auch immer noch winterlichen Tag traf man dort viele Menschen an. 
Anschließend waren wir der Meinung, dass wir an einem Samstagabend in einer Hauptstadt definitiv feiern gehen müssten. Entweder bin ich zu blöd, um gute alternative Clubs zu finden oder Kopenhagen hält einfach nicht so viel von tanzbaren Rockpartys in Spelunken à là Matrix in Bochum oder Sputte in Münster. Nichtsdestotrotz machten wir uns um 1 Uhr auf den Weg zum High Voltage (direkt an der Metrostation Kongens Nytorv - Innenstadt, 2 Stationen von mir entfernt). Dort sollte es nach dem Konzert, also ab ca. 1 Uhr freien Eintritt und eine Rockparty geben. Und WOW, wir waren so geflasht, dass wir quasi durchgetanzt haben (Pinkelpausen waren schwer einzurichten)! Die DJane spielte ungefähr unsere Spotify Playlist mit unseren Lieblings-Festivalhits/ Rock most wanted Songs. Spätestens bei Rammstein gab es dann kein Halten mehr. A
ls um 6 Uhr die Beine schließlich doch schwer wurden, machten wir uns auf den Weg nach Hause. Btw: wir schliefen die ganze Zeit in meinem 90cm Bett, weil Madas Isomatte einfach zu dünn, und wir zu alt sind, um auf dem harten Boden zu schlafen. Wenn das mal keine enge Freundschaft ist! <3

Der Sonntag begann bei uns nach einem Brunch/Kaffeetrinken, was auch immer erst um 16 Uhr. Ab 16/17Uhr kann man eigentlich nicht mehr viel machen - die Museen und die Geschäfte (ja, die meisten haben sogar sonntags geöffnet) schließen dann nämlich. Deswegen fuhren wir zur kleinen Meerjungfrau (Den lille Havfrue), froren dort extrem, machten die Klischeetourifotos und nahmen einen havnebus (Hafenbus, ergo Kanaltour ohne Tourigelaber) zum schwarzen Diamanten (Den sorte Diamant), in der die könglichen Bibliothek ihren Hauptsitz hat. Dabei fuhren wir u.a. an der Oper, dem Schauspielhaus und vielen architektonisch faszinierenden Gebäuden vorbei. Zum Ein- und Aussteigen muss man aber schnell sein - ich bin fast gerannt, weil ich Angst hatte, dass das Schiff schon wieder ablegt :D. Den Abend verbrachten wir wiederum sehr gemütlich mit viel Schnack, weil es und viel zu kalt war, um noch länger im Dunkeln rumzulaufen.

Die kleine Meerjungfrau           Die Oper

Nørrebro und Vesterbro/Kødbyen standen auf unserem Montagsplan. Also bummelten wir vom Nørreport wieder über die Dronning Louises Bro bis zur S-Bahn Station Nørrebro. Dabei schlenkerten wir zur Elmegade und zur Jægersborggade, die einige spezielle süße Butiken, sowohl Kleidung, als auch Lebensmittel beherbergen. Auf jeden Fall sehenswert! :) Besonders die Vintageläden und Genbrugsbutikker (2nd Hand Läden) haben es uns angetan. Glitzer-Trash, da sind wir in unserem Element :D.
Als wir danach in Dybbølsbro ausstiegen und erst einmal um das Areal von Kødbyen (ehemaliges Schlachtviertel, Meat-Packing-District; wird arg gehypet im Internet) herumirrten, es dann schließlich doch fanden, waren wir ein wenig enttäuscht. Es sah zwar ganz cool aus und es gab einige fancy Restaurants und Bakken, angeblich DIE Disco in Kopenhagen - das werde ich noch auschecken, aber für uns war es nicht überragend. Außerdem steckte uns noch die durchgetanzte Nacht in den Knochen, weshalb wir uns dann einen ultra entspannten Filmabend mit Leckereien vom dänischen Bäcker machten. Ich sag nur: Wienerbrød, Hindbærsnitter, Rumkugle, Studenterbrød, Træstamme - nomomomomomom.

An unserem letzten Tag zusammen zeigte ich Mada als erstes meine Uni. Da ich von 10-13Uhr Dansk fonetik hatte, parkte ich sie auf einem der gemütlichen Sofas. Anschließend wollten wir eigentlich ins Statens Museum for Kunst, aber da die Sonne so strahlte, beschlossen wir kurzerhand uns den botanischen Garten (Botanisk Have) anzuschauen. Es war so ein schöner Sonnentag :) Auch wenn noch nicht viel blühte, war es trotzdem wunderschön dort!

Botanisk Have
Danach besuchten wir Christiania. Schon beim letzten Mal im Sommer 2015 hab ich den Hype um diese angebliche Hippiekommune nicht verstanden. Mein Eindruck bestätigte sich ein weiteres Mal. Kurz gesagt ist Christiania ganz cool was die selbst gebauten Häuser angeht, den Müll überall, die Hinweisschilder, was man alles nicht machen soll und die vermummten Drogendealer auf der PusherStreet finde ich dann aber weniger einladend. 
Zu guter Letzt endete unsere gemeinsame Zeit dort wo sie begann - am Strand <3 

Abendlicher Strand


Danke, Mada für diese wunderbaren Tage mit dir! Auch wenn wir uns nicht jeden Monat sehen oder regelmäßigen Kontakt haben, hat es sich wieder gezeigt, dass wir beide einfach aus demselben Holz geschnitzt sind. Ich hab es echt genossen mit dir mein Bettchen zu teilen, abzuspacken, Witze zu machen, die nur wir verstehen, hässlich zu tanzen, nicht nur über alte Zeiten, sondern auch über Politik, unsere Probleme, unsere Wünsche für die Zukunft zu reden und angeglotzt zu werden, weil die Menschen hier noch nie so viele Gesichtpiercings auf einmal gesehen haben :D.

Du bist und bleibst einfach meine beste Freundin <3 :)
Der letzte Morgen

 

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